Mittwoch, 22. November 2017

Runter von den Schienen – in die eigene Spur!



Parteipolitisches Geplänkel, Intrigen, Karriere-Taktik, Netzwerken, Nettsein, Medienshow, Stress um pseudowichtige Aktualitäten, Rumgemotze, Regelwerk, Nachbarschaftsstreit, Besserwisserei, Mobbing, Bürokratie-Eskapaden …
Alltag im System –
das übergriffig, laut und fordernd sein kann.

Meine Seele nimmt mich an der Hand –
fort, an den Rand!
Hier ist durchatmen möglich.
Und loslassen. Zügellos frei sein.
Und Umorientierung:
von äußerem Lärm in innere Gelassenheit.
Runter von den Schienen –
in die eigene Spur!
Drossle die Maschine! Zähme die Ansprüche.
Weg vom inszenierten Schein
hin zum Echten, Authentischen, Ehrlichen.
Ich geh’ an den Rand, suche, genieße den Abstand;  und lasse … geschehen.
Ich übertrage den Fokus – raus aus dem Zentrum vermeintlicher Bedeutsamkeit
an den Rand der Relativität.
Die Baumkronen wiegen sich,
ein Sonnenstrahl kitzelt die Biene –
bei ihrem Besuch der schönen, pink-violetten Herbst-Malve;
der Sekundenzeiger gibt einen sanften Begleit-Takt vor, keinesfalls trommelnd wie in/auf der Großraumbüro-Galeere.
Alles ist gut.
Hier.
Am Rand des Alltagstrubels.
Im Luftschloss –
statt in der Tintenburg.

Ich bin gut zu mir –
sei Du, seien Sie gut zu sich,
liebevoll, achtsam und wertschätzend,
gelassen und ohne Druck!
Spüren wir die Freiräume im System auf!
Das Nährende, Feine, Schöne!

Ich tauch’ ein in meine Texte,
Rand-Notizen
einer Rand-Erscheinung.
-          Sie wollen sie hören, lesen, mit-leben?

Danke!
Wie ehrend, vertrauensvoll.
Komm’, kommen Sie mit …
an den Rand des Systems –
wo die Freigeister tanzen.
 mg

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"Freigeist - gut leben am Rande des Systems", das 24. Buch von Manfred Greisinger 

Montag, 11. September 2017

Die Goldene System-Regel



Wer ist letztlich Chef des Systems – wer bestimmt das Regelwerk? – Drei Indizien: „Trotz der Krise mit Ankara hat die deutsche Regierung seit Jahresbeginn den Export von Rüstungsgütern in die Türkei bisher 99 mal genehmigt.“ -  „Die mit Spannung erwartete 1000-Seiten-Studie der London School of Economics zur vorgeschlagenen Zusammenlegung der 21 Sozialversicherungsanstalten in Österreich liegt vor; bleibt aber ohne Auswirkungen …“ -  „Die USA schwächen geplante Sanktionen für Nordkorea nach dessen Atomwaffen- und Raketenprogramm ab. So soll etwa ein Ölembargo nur schrittweise in Kraft treten und das Auslandsvermögen des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un nicht mehr eingefroren werden. Damit gehe Washington auf Russland und China zu, hieß es.“
Weitere Beweise fällig, um zu erkennen: Money makes the world go round. Oder wie der schrullige Großindustrielle Frank Stronach mal formulierte: „Kennen Sie die GOLDENE REGEL? – Wer das Gold hat, macht die Regel …“
Wir haben wunderbare Werte, drücken diese eloquent aus – aber wenn’s die Möglichkeit gibt, abzucashen, sind wir ganz vorne mit dabei, offenbar egal, zu welchem ideologischen Hintergrund wir uns in Sonntagsreden bekennen. Und wer wagt es, auf gute Waffen-Geschäfte zu verzichten – oder parteipolitisch besetzten Direktoren ihre schönen Spielwiesen wegzunehmen?! Oder gar einem unberechenbaren Diktator seine weltweit verstreuten Bankkonten zuzudrehen? Huch, wenn das Schule machte, könnten dann auch „unsere“ Schwarzgeldkonten auf fernen Steuerparadiesen gekappt werden?! Gott bewahre.
Zugegeben, von diesen großen Geldern profitieren nur die „Top-System-Exponenten“. Wie immer wir sie benennen wollen: Spitzenmanager, Regierungsmitglieder, VIPs aus Kultur, Medien, Society. Noch heute wundere ich mich über die besonderen, mysteriösen Insider- Informationsleistungen an einen mir gut bekannten Promi-Arzt, der am Tag vor dem Kursdebakel der „mündelsicheren“ Meinl-European-Immobilien Aktien (die ja keine solchen, sondern nebulose Zertifikate waren) gewarnt worden und zum optimalen Verkaufspreis ausgestiegen war … Ich gehörte zu den vielen Geschädigten, die – nicht gewarnt – viel, sehr viel Geld verloren. Der Arzt erzählte mir seine Story freudestrahlend Monate später …
Soll sein: Ich habe gelernt – und bin seit dem Crash 2007/08 nicht mehr empfänglich für die Verheißungen des Finanz-Systems. Eine unglaubliche Selbst-Stärkung und Befreiung: Sie können mir noch so viel versprechen und das Blaue vom Himmel lügen in ihren feinen Anzügen und grauen Business-Kostümchen – ich glaube ihnen kein Wort mehr. Und investiere lieber in Freundes-Erlebnisse und köstliche Bio-Lebensmittel. Das ist meine goldene Regel.

Montag, 14. August 2017

„Divergierende Ansichten“ mag das System gar nicht



„Divergierende Ansichten“ hätten „zur Auflösung des Dienstverhältnisses“ geführt. Der 56-jährige Chefredakteur des wesentlichen Landesmediums habe "divergierende Ansichten über die künftige Schwerpunktsetzung und Ausrichtung der Wochenzeitung als Qualitätsmedium", bekrittelt die Eigentümer-Vertreterin. Die erst kurz für das Medienhaus wirkt. Ganz kurz im Vergleich zu den 30 Jahren des geschassten Top-Journalisten.
Was mag sich hinter diesem fein gesetzten „divergierend“ verbergen? Die Herkunft des Worts hilft vielleicht: lateinisch divergere, dis- = auseinander und vergere = sich erstrecken; hinstreben.
Oje: Da gab´s also ein Auseinanderstreben. Wohl sogar: im Gegensatz/Kontrast stehen.
Nicht einfach – was den Nährstoff jeder Demokratie ausmacht – ein sich unterscheiden, von etwas abweichen, sich abheben, nicht übereinstimmen, sich unterscheiden, variieren, verschieden sein, differieren. – Aus diesen Quellen formieren Kreative ihre Spitzenleistungen.
Nein: brutale Opposition! Wie mag der „oppositionelle Geist“ sich dieses gut gewachsenen, verdienten, über die Jahrzehnte „landespolitisch“ wohl best-sozialisierten Redakteurs bemächtigt haben?! Und welche – unverzeihlichen – Ausprägungen zeigten sich?
*) Hat er gar verweigert, die neue politische Leitkultur – einer Landeshauptfrau – anzuerkennen?! („Nein, ich hör weiter nur auf den Erwin!“)
*) Wollte er ein Landesviertel abschaffen („Die paar Waldviertler holt eh keiner hinter den Restlingen hervor!“)
*) Oder, was sicher der gewaltigste Fauxpas im katholischen Medienhaus gewesen wäre: Er wollte ein blaugelbes Pin-Up-Girl auf die Seite 5 setzen. („So steigern wir endlich die Auflage!“)  

Klar ist: In Systemen herrschen (ungeschriebene) Gesetze – die stärker gelten als die überall in Großbuchstaben lesbaren „Leitlinien“, die das „Gute, Wahre und Schöne“ in blumigen, gegenderten Formulierungen preisen. Hinter den System-Kulissen weiß man, wie der Hase läuft: bzw. wie viele Hasen aus welchen Richtungen. Sechs schwarz-türkise Bunnies treffen auf zwei rote, einen blauen und einen grünen. Wenn schon. Das ergibt hundertprozentige Berichterstattung, wie wir sie wollen. Wir sind übereingekommen, dass wir einander „nette Reviere“ zugestehen – und leben lassen. Und wer mitspielen will – an den oberen Rädchen des Systems mitdrehen möchte – muss die Spielregeln intus haben. Und genau wissen, wen er alle in welchem Verhältnis zu bedienen hat: die Kirche, die Politik, die Kooperations-Partner aus Wirtschaft und Kultur, auch ein bisschen Society, die Mächtigen und jene, die’s zu sein glauben. Ab und zu darf ein Exot auftreten, über den das System amüsiert den Kopf schütteln kann …

Was ich nicht verstehe: Das alles wusste der Chefredakteur garantiert … Wie konnte es da zu „divergierenden Ansichten“ kommen? – Will gar die neue Eigentümervertreterin „die Fenster und Türen öffnen“?! – Dann mag man ihr viel Erfolg wünschen; Kenner des Systems zucken erfahren mit den Schultern: Frischluft – oder gar Zugluft – ist das Letzte, das etablierte Systeme wollen …

Dienstag, 25. Juli 2017

Karriere durch Wendigkeit



Puuh, der Mann zeigt Wendigkeit. Er nennt T. einen "Nichtsnutz" - dann ergibt sich plötzlich die Chance, für diesen Nichtsnutz eine hervorragend bezahlte Image-Stelle zu übernehmen - und er widerruft alle früheren Urteile, jubelt nun vielmehr:
ICH LIEBE IHN …

Der „Nichtsnutz“ ist immerhin Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.
Und der Wendehals heißt - nach dem Titelhelden einer Soap-Opera klingend –
Anthony Scaramucci.
Gleich zum Amtsantritt als neuer Kommunikationsdirektor im Weißen Haus im Sommer 2017 löscht der 53-jährige Ex-Wall Street-Finanzjongleur alle seine alten Tweets von seinem Account,  die im Widerspruch zu den Positionen seines neuen Chefs Donald Trump stehen. „Frühere Ansichten haben sich entwickelt und sollten keine Ablenkung sein. Ich diene der Agenda von POTUS ("President of the United States") und das ist alles, auf das es ankommt."
POTUS … PUNKTUM.
Der "Washington Post" zufolge enthalten frühere Tweets unter anderem Lobpreisungen für Hillary Clinton ("unglaublich kompetent"), eine Absage an die Todesstrafe, Unterstützung für das Abtreibungsrecht und Kritik an Trumps Plänen für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Scaramucchi übte ätzende Kritik am damaligen Präsidentschaftsbewerber Trump und sprach von dessen "grenzenloser Demagogie"; dieser Populist bringe für die Republikanische Partei "eine neue, nicht wiederzuerkennenden Identität". 2015 nannte er Trump in einer TV-Sendung einen "politischen Nichtsnutz", was er nun als "einen meiner größten Fehler" bezeichnete. Jetzt sieht er in Trump einen "wunderbaren Menschen".
Und: „ICH LIEBE IHN!“ - Der neue Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses bekundete zum Antritt gleich 20-mal seine "Liebe" zu Donald Trump und dessen Regierung: Der Multimillionär aus New York gilt als gesprächig, überschwänglich, aber auch als glatt, ein Mann, der gern verkauft. Inklusive und vor allem sich selbst …
Ah ja – und weil´s so gerne verwechselt wird: DAS halte ich NICHT für „authentisches personal branding“. – Ganz im Gegenteil. Wendehälse sind alles andere denn „starke ICH-Marke-Persönlichkeiten“. Aber für die Karriere können Wendehälse hilfreicher sein ... Wer den Magen dazu hat ...

Mittwoch, 28. Juni 2017

Welch Freude! Literaturnobelpreis



Da ist sie, die Bestellung. Materiell geht´s bloß um ein paar Euros, die bei einem Entstehungspreis von 15 € und einem Verkaufspreis von 22 € inkl. 10 % Umsatzsteuer verbleiben. Ideell – seelisch – für´s Autorenherz ist jede einzelne Buch-Bestellung jedoch mit dem persönlich zugesprochenen Literatur-Nobelpreis vergleichbar.


Ein Mensch – der weder verwandt, bedroht noch in irgendeinem Abhängigkeits-/Wohlwollensverhältnis zu mir steht – KAUFT tatsächlich ein Exemplar des letzten gebundenen Gedankenergusses. Welch großartiges Geschenk des Lebens! Welch unberechenbare Sensation. Welch wunder-volle Erfahrung, die der Autor machen darf. Unfassbar, dass in den letzten 26 Jahren dieser Glücksmoment bei 23 eigenen Buchtiteln bisher über 40.000 mal passierte. Es war immer so und es wird sich nie ändern: Die grenzenlose, demütig dankbare Freude, dass irgendwer da draußen tatsächlich meint, meine Gedanken verdienen, gegen Entgelt erworben und dann auch noch in persönlich kostbarer Lebenszeit gelesen, nach-gedacht zu werden.
Danke! Ich schreib’ weiter … Am liebsten die persönlichen Widmungen und Signaturen mit Goldstift in meine Bücher - für Sie, für Dich!

Unsubscriptions als grausliche Magenrempler



Selbstständig … und immer wieder für Neues bereit … Felgeaufschwung … Habe neue Angebote gezimmert … frohgemut …  – „Nichts als schreiben“ am See … „All ent steig Coaching“ … „Personal Brand Video“- Seminar … „Buchschreiben auf LaPalma am Meer“ … Das sind doch schöne Themen, nicht wahr?! … Und: Ich stehe für Lesungen, Vorträge, Team-Klausuren zur Verfügung … selbstständig und doch für feine Kooperationen zu haben … Ich gestalte regelmäßig newsletter … poste die Angebote auf facebook … mache behutsam Werbung … hab stets Visitenkarten bei mir … und verteile Flyer bei jeder Gelegenheit …
- Sonst kann ich nur warten: Wer geht auf mich zu? Wer möchte – wieder – etwas Gemeinsames mit mir realisieren. Darf ich wen beim Realisieren des eigenen Buch-Traums begleiten? Immerhin rund 20 Bücher sind seit einem Jahr entstanden … mit zutiefst glücklichen Neo-Autor/-innen.
- Wie geht der Selbstständige damit um, wenn statt Seminarbuchungen, Buch-Bestellungen und Jubel-Feedbacks NICHTS passiert – oder noch schlimmer: newsletter Abmeldungen eintrudeln … Die Abmeldung ist eigentlich das Grauslichste, was es gibt: Denn eine solche kann nur so interpretiert werden – „Du und Dein Angebot, so vielfältig es auch sein mag, interessieren mich überhaupt nicht (mehr), bitte Erbarmen, genug davon, spar Dir die Zeit und das Geld einer Aussendung. MIR brauchst Du nie wieder was schicken. Ich kann gut ohne Dich und Deine genialen Kreationen leben. Und will auch, um´s ganz klar und deutlich zu sagen, nicht mehr mit Informationen belästigt werden …“
Phuu … Solch unsubscriptions tun weh. Sind wie Magenrempler, Tritte in die Eingeweide.
Und alle „Schönfärbe-/Uminterpretations-Versuche“ - von wegen: „Du hast doch Tausende Kontakte und nur weil fünf sich abmelden, hat das doch keine Relevanz“ – laufen ins Leere. Jedes einzelne good bye schmerzt. Es ist nichts Gutes dran.
Und während ich mich aufzulösen drohe im Selbstmitleid … kommt sie, die Buchbestellung. Aufgrund des newsletters … und da auch noch ein schönes Feedback. Und ein weiteres. „Dein newsletter – ein Glücksmoment!“
Danke!

Montag, 26. Juni 2017

Alle Zeit! - All ent steigen und der Muse folgen …



Welch großartiges Gefühl: Ich hab tatsächlich alle Zeit … für … FREIHEIT. Durchatmen. Sinnieren. Eintauchen in den Lebens-Fluss. Schreiben. Kreativität. Muße. Nichts-Tun. ALLES sein. Alles Mögliche starten. Unternehmen. Oder bewusst nichts.
Man muss die Hände – und den Kopf – frei haben, um Neues „anpacken“, entstehen lassen zu können. Und ich komm’ mir fast ein bissl provokant vor, wenn ich von meinem Frei-Raum, von meinen „jonglierbereiten Händen“ erzähle: „Da draußen“, vor meiner Tür, herrschen offenbar Stress und Hektik. Was alles an Dringlichkeiten und Notwendigkeiten getan werden muss! Wer hat da schon Zeit, um sich der FREI-Zeit zu widmen?
Muse? Du bist herzlich eingeladen … Schau doch vorbei, komm zu mir. Nimm Platz. Flüstere mir Spannendes ins Ohr. Ich bin bereit, Dir zu folgen …

- Könnten Sie das auch? Wenn Sie die „verführerischste Muse“ am Hemdsärmel zupft und einlädt: „Komm doch mit, ich zeig Dir Spannendes, Wunder-volles, Schönes!“ Müssten/würden Sie dann abwehrend sagen: „Danke vielmals für die Einladung, aber … ich … kann unmöglich …“
Der pointierte Kurt Tucholsky wusste und mahnte: „Ein voller Terminkalender ist noch kein erfülltes Leben!“  
Ich liebe es, mich mit wahrhaftigen Menschen über erfülltes Sein auszutauschen bzw. gerne tauche ich mit Ihnen in die unterscheidende Analyse von „voll & erfüllt“ ein. – Bereit für ein individuelles All-ent-steig-Coaching http://www.stoareich.at/page.asp/-/124.htm grüßt herzlichst Manfred G.

www.stoareich.at

Samstag, 11. März 2017

„Künstler“ – Narr am Rande des Systems



Als „Künstler“ wurde ich – erstmals? – vorgestellt. Von der freundlichen Frau Abgeordneten. Zur Eröffnung der Vernissage/Lesung. Und ich nickte. Spontan. Ich nicke. Nun gut überlegt. Vermutlich hat sie mich in meinem Wesen erkannt. Ja, ich bin es.
Wie sollte man denn sonst einen bezeichnen, der „eigen“ ist; eigene Wege geht. Schon immer. Selbst-ständig in Denken, Handeln und Sein. Waldviertler Granitschädel seit 52 Jahren. „Eigenverleger“ - seit über 25 Jahren. Der Bücher schreibt, bislang 23 an der Zahl, die kein Literaturkritiker für würdigungswert befindet – nicht mal die Nase rümpfen, schon gar nicht – verkaufsfördernd – zerreißen will einer die Werke.
Umso schöner, dass Leserinnen und Leser die Bücher, eben wahre Geheimtipps, wollen, finden – und sogar kaufen. Unglaubliche vierzigtausendmal schon. Genial vorbei am „üblichen Raubritter-Vertriebs-System“ aus Libro, Thalia und Amazon. Nein, mit Goldstift signiert, gewidmet, mit handgeschriebener Rechnung persönlich verpackt und zur Post gebracht. Ja, das gibt’s noch.
Künstler eben.
„Wenn du schlimm bist, stellst du dich in die Ecke!“ – „Aber gerne! Ich bleib gleich hier, richte mir’s gemütlich ein und will gar nicht mehr raus aus der Ecke, der Nische“, höre ich meine Kindergartenseele sagen.
Künstler waren immer schon Ver-rückte. Hof-Narren. Exoten. Abseits stehend – von der Etablierten, am Rande des Systems. Ohne Krawatte. Out of the box. Dabei hätt er’s sicher zu was bringen können!“ Mit Matura und Studium und einer passenden Partei – Sektionschef, Hofrat … zumindest Direktor. Mein Gott, hätten die Eltern mich gerne als Arzt erlebt.
Stattdessen, Künstler: Schreiber. „Autor mit eigenem Vortrag“, heißt’s für’s Finanzamt.  Eingeordnet unter den „Nicht-Einordenbaren“, Seltsamen, Nicht Anerkannten. Belächelten. Wahnsinnigen. „Na ja, er ist eben … anders, aber durchaus … recht … umgänglich; recht witzig.“
So wird diese seltsame Spezies auch immer wieder vom Establishment zu gewissen Anlässen – und nach strengen Vorabsprachen – auf die Bühne geholt. Künstler als Aufputz, Vorgeführte, wegen ihrer Schrulligkeit Präsentierte, vielleicht für ihre Freiheit und Buntheit sogar Beneidete. Für ihr Stehvermögen und ihre Widerstandskraft – heimlich – Geschätzte.
Ein solcher bin ich.
Mit großer Leidenschaft.
„Kunst kommt von Können“ – predigen die, die’s zu was gebracht haben. Ich meine, der Künstler zeichnet sich dadurch aus, dass er NICHT KANN – mit den Systemanforderungen. Die jetzt grad mit der „manipulationssicheren Chip-Registrierkassa für Kleinstunternehmer/-innen samt Direktverbindung zur Finanz“ einen absurden Höhepunkt erreichen.
Der Künstler KANN NICHT ANDERS als aufschreien! In und mit seinen Schöpfungen. Unsere Freiheit ist bedroht! Seht Ihr nicht? Heute werden diese gefesselt, morgen jene. Und irgendwann strampeln wir alle am Gängelband, bzw. trotten als Lohnsklaven an den schweren Ketten der omnipräsenten Bürokratie.
Ein Künstler MUSS FREI SEIN. – Er muss jede Abhängigkeit meiden! NIE habe ich und nie würde ich um eine Subvention ansuchen; gar um ein Stipendium knien gehen. Brrr. Ekelig. Das verbietet mein Gewissen.
Eigentlich muss einem Künstler die Anerkennung des Systems – und damit der mit jenem gleichgetakteten Medien – VERSAGT bleiben! Genau das ist sein Qualitätskriterium! Eine Auszeichnung? „Huch, was hab ich falsch gemacht?!“, müsste der wahre Künstler in sich gehen und nicht im Festgewand zur Preisverleihung.
Ein Hand in Hand mit dem Establishment marschierender Künstler ist keiner. Punkt.
Ich könnte – sollte – möchte ein Buch über die Künstlerseele schreiben! Danke, Frau Abgeordnete.     

Montag, 9. Januar 2017

Mit EIGENEM Angebot erfolgreich: ICH-Marke leben



Kaum hatten wir vor einer der vielen zauberhaften karibischen Inseln den Anker unseres Katamarans gesetzt, waren sie auch schon da: die charmanten Boys in ihren bunten Ruderbooten, die uns ihre Waren anboten: EIGENE Waren, jeder hatte etwas anderes. Da wurde mir der Segen des Themas ICH-Marke wieder bewusst und ich sah mich bestärkt, mein Erfolgsseminar – immerhin bereits tausendmal seit 1998 mit besten Feedbacks durchgeführt – neu anzubieten.
Von Jimmy kaufte ich einen aus Lavastein hangeschnitzten Delphin, der nun meinen Schreibtisch ziert und meine Fantasie beflügelt.
Von Matthew erwarb ich ein Muschelarmband für die Liebste.
Von Joseph hab ich eine bemalte Box aus einer Fruchthülse.
Und von diesem Bootsverkäufer kam Brot, vom anderen Früchte; zudem konnten wir auch dem Lobster-Angebot nicht widerstehen …

- Warum ich dies erzähle? – Wir segelten Hunderte Kilometer und machten vor einem Dutzend Inseln Halt. 20 – 30 Boots-„Akquisiteure“ haben wir also sicher kennengelernt. Und doch gab es kein identes Angebot. So als hätten sie sich untereinander über die großen Distanzen abgesprochen, konnte jeder Neues bieten. – Das von den Seglern auch gerne zu wohlfeilen Preisen erworben wurde.  

Wer seine individuelle Marke lebt, braucht keine Absprache – keine „Koordination am Markt“. Denn wenn der eine lieber malt, der andere lieber bäckt, der dritte lieber bastelt, dann decken sie GEMEINSAM unterschiedlichste Bedürfnisse ab, ohne einander den Erfolg zu untergraben.
Können wir dieses Modell für unsere Breiten nutzen? Statt akribischer Konkurrenzbeobachtung und angstvoller Marktanalyse lieber auf das EIGENE achten: was geht mir leicht von der Hand, was kann ich besonders gut, was will ich anbieten? Worauf baue ich mein (berufliches) Fortkommen? 

Wenn jeder – jede – seine – ihre – starke, strahlende, ureigene Marke lebt, wird unser aller Leben bunter, reicher, vielfältig.
Auf geht´s – die Übung möge gelingen. Und ich stehe für ein ICH-Marken-Coaching, für einen „Personal Brand Check“ sehr gerne zur Verfügung. 

www.stoareich.at 

Luke zum Leben



Welchen subjektiven Ausschnitt halten wir für die Wirklichkeit? Es lohnt sich, auf die Fokussierung zu achten; achtsame/-r Regisseur/-in der eigenen Wahrnehmung zu sein. – 17 faszinierende Tage durfte ich zum Jahreswechsel in der Karibik mit Freunden auf einem Katamaran von Grenada über Bequia, St. Vincent, St. Lucia nach Martinique segeln. 
Bei Sonnenaufgang schaute ich stets berührt durch die kleine Luke meiner Kajüte und erfreute mich am Dargebotenen: türkisblaues Meer, sich im lauen Wind wiegende Palmen, eine neue Insel in sattem Grün, bunte Häuser, andere Boote – in allen Größen und Einkommensklassen, geniale Wolkenformationen, niederprasselnder Regen, die ersten wärmenden Sonnenstrahlen …
Mit einem Schmunzeln begann ich zu philosophieren: ist der Blick durch die Luke ein Sinnbild für´s Leben? Wir werden mit kleinen Details konfrontiert und meinen, das Große, Ganze zu erkennen, in all seiner Tragweite zu verstehen.
Und wir sehen da draußen doch immer nur unsere kleine Welt – durch die eigene Brille. - Die Luke wird zum fixen Rahmen der Realität.  Was sich jedoch lohnt: immer wieder die Luken zu wechseln … 
Wie reizvoll: ein anderer Blickwinkel. Vielleicht kommen wir mit vielen Perspektiven – und wenigen Urteilen – dem großen Ganzen doch schon näher.
Ich wünsche eine achtsame Wahl der Luke/n. 
- Alles Gute, Schöne und Wahre für dieses Jahr 2017!

„Ein jeder Mensch trägt in dieser Welt Himmel und Hölle in sich: welche Eigenschaft er erweckt, dieselbe brennet in ihm, dessen Feuers ist die Seele fähig.“
Jakob Böhme