Mittwoch, 24. Oktober 2018

HALLO, flüstert das Leben ins Ohr, erkennst Du endlich, worum’s geht?


Wer sind wir …

… zu glauben, wir könnten das Leben in Bahnen lenken. In enge Bahnen unseres kleinen, bangen, ängstlichen Verstandes?!

Was wagen wir in unserer grenzenlosen Arroganz der Lebendigkeit gegenüber? –

Wir kleinen, witzigen, memmenhaften Würmer meinen tatsächlich, uns das Recht anmaßen zu dürfen, uns GEGEN DEN FLUSS des Seins zu stemmen?

„ICH WILL“, sagt dieser Kleingeist, und stellt sich der riesigen Schöpferkraft frech gegenüber; ja, er verschränkt auch noch trotzig die Arme und schickt ein „ABER“ nach.

„Du kannst anregen, was du meinst, ABER ICH … ICH HAB MEINEN EIGENEN PLAN!“ –

Wow, da schlottert das Leben aber – tief beeindruckt von dem vermeintlich so starken kleinen ICHBINICH.

„Willst du Gott so richtig herzhaft lachen machen, dann erzähl ihm von deinen Plänen!“ – Das ist wohl noch immer und ewiggültig einer der weisesten Sätze, der je von einem Menschen formuliert wurde. Und typisch: Man kennt nicht mal seinen – oder ihren – Namen. Denn das alles ist Schall und Rauch im Vergleich zum Universum.



Wer sind wir …

… die wir dem Sein unseren Stempel aufdrücken wollen?! Ja, wir rammen ihn dem Leben in die Eingeweide. Wichtig ist unsere ICH-MARKEN-SIGNATUR. Da, Leben, schau, was ICH zusammengebracht habe. Was ICH verbrochen habe. Was ICH für einen Scheiß da tagtäglich vollführe. Scheiß sagen wir selbst natürlich nicht, wir haben ja die Gabe, uns ALLES schön zu reden. Wir verstehen zu inszenieren. Wir präsentieren uns … mit stolzgeschwellter Brust.

Und das Leben schaut …

Und wundert sich …

Und lächelt … Mild. Wie ein gütiger Vater, wie eine liebende Mutter. Ja, das Kind kann schon krabbeln. Wow, es gibt schon die ersten Laute von sich; formt schon Worte … zwar noch unverständlich, aber die Absicht ist erkennbar.

Und die Absichten werden immer stärker, größer, fordernder.

Wir sind ja schließlich wer. Hier, meine Visitenkarte. Hier, mein … Auto, Haus, Garten, Vespa-Roller, mein Flatscreen, mein neues 1000 € Handy, mein(e) Partner(in), mein(e) Kind(er) …

MEIN – das alles ist MEIN, Leben, sei gefälligst beeindruckt. Wofür hackle ich denn sonst rund um die Uhr. Und verbringe zehn Stunden täglich im klimatisierten Großraumbüro, vergeude meine Lebenszeit in Meetings, eingezwängt im Businessoutfit auf Langstreckenflügen, als Produktionsrad in der Fabrikshalle, als Greifarm zwischen Waren-Regalen …

Da kann das Leben dann plötzlich nicht mehr mit. – Hallo, DU meine Schöpfung, was machst DU, fragt es uns … und nimmt uns am Hemdzipfel. Und warnt uns … und beutelt uns … und schickt uns Allergien … Unverträglichkeiten … Krankheiten, damit wir unseren Wahnsinn erkennen. Drei Tage Grippe im Bett können schon mal heilsam sein. Wer nicht und - noch - nicht sehen will, muss intensiver fühlen. Dann werden Depressionen, Burnout, chronische Krankheiten, schwere – wenn’s wirklich sein muss - geschickt.

HALLO, MEINE LIEBE, MEIN LIEBER – flüstert das Leben ins Ohr, erkennst Du JETZT endlich, worum’s wirklich geht im SEIN?

Schau doch mal um Dich – jetzt, wo Du im Selbstmitleid zerfließend regungslos auf der Tacke liegst, wie das Leben für Dich da ist. Du bekommst Luft zum Atmen, Wasser zum Trinken, den Schutz der Wohnung, alles ohne Anstrengung. Du kannst das Handy nehmen und Dir gewogene Menschen anrufen … JEDE/JEDER hat ein paar Freundinnen/Freunde, die uns unser SOSEIN – mit allen Macken – lassen; uns – gerade deshalb oder vielleicht trotzdem – mögen … 
Und wenn Du den Notruf wählst, ist tatsächlich binnen Minuten Hilfe da!

DU MUSST NICHTS TUN, sagt das Leben versöhnlich.

DU MUSST KEIN/E HELD/IN werden.

Was ich gerne von Dir will – formuliert das Leben weiter, wenn wir ihm mal Gehör schenken können – ist, dass Du DEIN LEBEN ANNIMMST. Dass Du´s in DEINE HÄNDE NIMMST. Liebevoll, zärtlich; wie ein Baby. Schenk ihm ein Lächeln …
Und setz‘ nicht schon wieder die Spitzhacke an, um zu verändern; nach Deinen Maßen …

Schau doch, DEIN LEBEN. Es wurde Dir als Geschenk überreicht. Sieh den Reichtum. Mein Gott!

Sieh das Göttliche in Dir – und in den wundervollen Menschen, Tieren, Pflanzen um Dich …

Siehst Du SIE – all die Wesenheiten - oder nur den Spiegel Deiner Vorurteile?!

Wenn Du sie siehst, dann erkennst Du das WESENtliche. Da ist ein Baum, dessen Zweige sich im Wind wiegen. Wolken, die ihre Bahnen ziehen. Sieh den Regen … Setz Dich ihm aus … Spüre.

Und lass Deine Tränen laufen … Wenn das Herz übergeht …

Der Mensch denkt, es sei Schmerz; dabei ist es der Moment des Durchbruchs, Aufbruchs, der  Anbindung ans Göttliche.

Das Leben ist größer als unser Kleinmut.



Wer sind wir …

… wenn wir meinen, Regie führen zu müssen?!

Wenn wir´s wagen, Urteile zu fällen. Ungerecht zu sein. Uns selbst zu Richtern zu machen.

Wer verdient Glück, Erfolg, Gesundheit, ja gar das Leben – wer verdient den Tod?!

Der höchste Frevel, den dieses Menschenwesen an den Tag legen kann, besteht wohl darin, „göttlich anmaßend“ zu sein. Plötzlich wage ICH, mit den Schöpfer-Werkzeugen herum zu hantieren. Ich wage es, göttliche Maßstäbe anzulegen.

ICH wage es, mich als Schöpfer/-in aufzuplustern.

Und zu sagen: den Betrag muss ich monatlich am Konto haben, diese Zahl an Kunden muss zu mir kommen, das ist mir das Leben schuldig, und der Nachbar muss gefälligst um diese und jene Zeit still sein, ein Strafmandat ist eine Attacke auf mein Selbst, ich verdiene den besten Tisch im Lokal, und prompte Bedienung, und das beste Filetstück (als überzeugtem Vegetarier fällt mir das zu schreiben besonders schwer – und schon schwinge ich mich wieder zu einem Urteil auf: denn Vegetarier sind ja wohl die besseren Menschen, nicht wahr …)

Wer bin ich …

… zu glauben, dass das Leben VON MIR irgendeine Intervention benötigt?

ICH glaube, ich müsste irgendwas tun, nicht tun, verhindern; vorantreiben?

Ich glaube, ich müsste das Leben dirigieren? Gar Leben schaffen - oder Leben unterbinden? Ich wage die Worte ja gar nicht wirklich niederzuschreiben … aber wer sind wir, wenn wir meinen, wir könnten uns über Herrinnen und Herren des Lebens aufschwingen?!

ICH WILL EIN KIND???!!! ICH WILL KEIN KIND???!!! -
 Und DAS ist ein Tier, NUR ein Nutz-Tier, das wir massakrieren können … Mhmm, welch (zweifelhafter) Genuss ...

Welch Anmaßung – welch irrwitzige Verkennung des Lebens. - Von uns als "Krone der Schöpfung" … 


Das Leben allein ist der einzige Regisseur.

Und uns wird die Entscheidung angeboten, mitzuspielen – oder nicht.

Wir können uns tatsächlich GEGEN den Fluss stemmen; was – auf die Dauer SEHR – anstrengend ist.

Oder wir können MIT-SCHWIMMEN.

Wow, dann wird das Leben plötzlich EASY. – Wenn ich mich als Blatt tragen lasse …



Wer sind wir …

… zu glauben, dass wir MEHR sind als Blätter – vom EINEN BAUM der Schöpfung.



Ich spüre es nun ganz deutlich – und bin glücklich darüber.

ICH BIN EIN BLATT, nicht „bloß“ ein Blatt, nein, ich bin ein wundervolles Blatt,

das sich daran erfreut; an dieser seiner Bestimmung. Ich bin geboren worden als Blatt. Verbunden – mit anderen - über den Zweig, genährt vom Baum. Vom Regen. Von der Sonne. Ich bin klein, ich bin groß, ich bin grün, gelb, rot, rolle mich ein und wieder aus, werde dürr … Ich darf mich im Wind wiegen. Und wenn ich ganz mutig werde, lasse ich mich los – vom Zweig. Und davontragen. Wissend, es kann mir nichts passieren. Ich werde behutsam geschaukelt. Ich segle dahin. Setze wo auf. Ein anderes Blatt gesellt sich zu mir. Da, ein neuer Windstoß. Weiter geht die Reise. Vielleicht setze ich in einem Bach auf – und reise bis ins Meer. Oder meine Reise endet in einem Rinnsal.

Wer sagt, da sei ein Unterschied?



Wer sind wir?



WIR SIND WESENHEITEN DER EINEN LIEBE.

Als solche dürfen wir unendlich glücklich und dankbar sein – in jedem Moment unseres Seins.

Und aus dieser Quelle heraus dürfen wir jeden neuen Tag neugierig und behutsam fragen, wie er sich entwickeln möchte – und ihm unsere Unterstützung anbieten …

Sonst ist nichts zu tun …           
SCHÖN ist´s zu leben - und zu lieben.                                                                                                   

mg   www.stoareich.at